Ausbildungsordnung

Die Ausbildung und ihre Voraussetzungen

Die DAAO hat gemeinsam mit dem Philadelphia College of Osteopathic Medicine (PCOM) und in Zusammenarbeit mit der MWE ein Ausbildungscurriculum entwickelt, das sich stark an den Lehrinhalten ärztlicher, amerikanischer Osteopathieschulen orientiert. Hierdurch garantiert die DAAO ein höchstmögliches Qualitätsniveau, ständige Aktualisierung des wissenschaftlichen Erkenntnisstands und Einbeziehung neuer Entwicklungen und Methoden.

Unsere Dozentinnen und Dozenten sind anerkannte Spezialisten der Osteopathischen Medizin und garantieren eine Ausbildung auf internationalem Niveau.

Art und Umfang der Ausbildung

Mit dem Kursjahr 2016 werden die Ausbildungen in Manueller Medizin (MM) und Osteopathischer Medizin (OM) der MWE und der DAAO besser miteinander in einem integrierten Curriculum verzahnt. Neueinsteigern in die manuelle-osteopathische Medizin wird somit ermöglicht, in einem Zeitraum von etwa 3 1/2 Jahren die Qualifikation in Manueller Medizin/ Chirotherapie und das Diplom in Osteopathischer Medizin zu erlangen. Die Grundstrukturen beider Ausbildungsgänge werden erhalten bleiben. Zur Erlangung der Qualifikation in MM werden wie bisher 2 Grundkurse (GK) und 4 Aufbaukurse (AK) zu absolvieren sein.

Zur Erlangung der Qualifikation in OM sind 8 Grundkurse und 3 Aufbaukurse sowie die Osteopathische Woche vorgeschrieben. Selbstverständlich kann nach wie vor die Ausbildung in Manueller Medizin/Chirotherapie ohne Fortbildung in Osteopathischer Medizin durchlaufen werden. Auch ein späterer Einstieg in die Ausbildung Osteopathischer Medizin ist, unter Wahrung der Ausbildungsregularien, jederzeit möglich und gilt auch für diejenigen Kollegen und Kolleginnen, die sich bereits in der Ausbildung zur MM befinden. Nachfolgendes Ausbildungsschema wird mit Beginn des Kursjahres 2016 von der MWE und der DAAO angeboten:

Voraussetzung:
Approbation als Arzt
Abgeschlossene Ausbildung Zusatzbezeichnung Manuelle Medizin/Chirotherapie
oder stufenweiser Einstieg in die Osteopathieausbildung während der Ausbildung Manuelle Medizin nach folgendem Schema:

Phase I:
Die Grundkurse I und II in Manueller Medizin.

Phase II:
Nach Absolvierung von GK I und II in MM folgt der/die TeilnehmerIn den Ausbildungsabläufen in MM mit den Aufbaukursen I-III. In dieser Phase können folgende Kurse in OM belegt werden: als obligaten 1. Kurs der Einführungskurs in OM. Daran anschließend in freier Wahl der Abfolge die Kurse Strain/ Counterstrain I, MFR/Lymphatics, Viszeral I, Craniosakral I.

Phase III:
Nach Absolvierung des AK III in MM kann der/die TeilnehmerIn in freier Wahl die OM Kurse MET und BLT/ LAS belegen. Die Phase III wird abgeschlossen mit Absolvierung des AK IV in MM und nach erfolgreichem Abschluss mit der MWE-Qualifikation in MM/Chirotherapie sowie der Option, nach Abschluss einer Gebietsweiterbildung bei den Landesärztekammern (LÄK) die Zusatzbezeichnung MM/Chirotherapie zu beantragen.

Phase IV:
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in MM bei der MWE (nicht zwingend jedoch gebunden an die Anerkennung durch die LÄK) kann der/die TeilnehmerIn den Integrationskurs in OM belegen. Nach erfolgreichem Abschluss des Integrationskurses in OM hat der/die TeilnehmerIn das „Zertifikat in Osteopathischer Medizin“ erworben und wird auf der Therapeutenliste der DAAO geführt. Zudem erhält der/die TeilnehmerIn eine Bescheinigung der DAAO, das seine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in OM zu diesem Zeitpunkt, vollumfänglich (und darüber hinaus) den Vorgaben der Bundesärztekammer zum Erwerb der „Curriculären Fortbildung Osteopathische Verfahren“ entspricht. Die Beantragung der Anerkennung dieser Ausbildung bei den LÄK, die das Instrument der curriculären Fortbildung kennen (die Minderheit der LÄK) ist jedoch, wie die Beantragung zur Führung der Zusatzqualifikation MM/Chirotherapie, an den Facharztstatus geknüpft.

Phase V:
Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung in MM und des Fortbildungs-Zertifikates OM kann der/die TeilnehmerIn die Ausbildung in OM mit dem Besuch von drei OM Aufbaukursen freier Wahl fortsetzen. Zum Abschluss der Diplomausbildung der DAAO ist die Osteopathische Woche erfolgreich zu absolvieren. Dies wird mit dem Erlangen des Diploms der DAAO (D.O. DAAO) bestätigt.

Kursordnung
Kursteilnehmer haben 8 Grundkurse bis zum Zertifikat zu absolvieren.
Die Grundausbildung muss mit dem Einführungskurs beginnen und ist mit dem Integrationskurs abgeschlossen. Die dazwischenliegenden Grundkurse sind in der Reihenfolge frei wählbar.
Erst nach Absolvierung aller Grundkurse kann mit dem Aufbauprogramm begonnen werden. Für das Aufbauprogramm sind  3 Aufbaukurse (alle nach Wunsch wählbar) und eine klinische Woche Osteopathie mit Abschlussprüfung bis zum Diplom nötig. Erst nach  Absolvierung aller 3 Aufbaukurse erfolgt die Zulassung zur klinischen Woche.

 

* Gültig seit 01.07.2006

Diplom

Das Studium wird regulär nach 380 Unterrichtseinheiten mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen mit dem Diplom abgeschlossen.

Eintrag in die Osteopathenliste

Nach Erhalt des Zertifikats haben Sie die Möglichkeit auf unsere Website www.daao.info in die ärztliche Osteopathenliste aufgenommen zu werden. Mit der Urkunde erhalten Sie eine Einverständniserklärung für die Veröffentlichung Ihrer Daten.

Voraussetzung für den Verbleib in der Osteopathenliste ist eine regelmäßige Fortbildung auf dem Gebiet der Osteopathie. Festgelegt ist hierzu, dass jeder Teilnehmer innerhalb der letzten 3 Jahre 60 Unterrichtseinheiten (= 2 dreitägige Kurse, à  30 UE) mit osteopathischem Inhalt nachweisen muss. Diese können bei der DAAO oder einer anderen Gesellschaft mit ärztlichem Kursleiter absolviert werden, dafür muss es Fortbildungspunkte der Ärztekammer geben.

Die Präsenz auf der Osteopathenliste ist an eine Mitgliedschaft in der DAAO gebunden.


Fortbildung

Fortbildungsangebote:
Post-Graduate und Refresher

Nach erfolgreicher Teilnahme an den von Ihnen gewählten Fortbildungsangeboten besteht die Möglichkeit, Zertifikate für besondere Qualifikationen zu erhalten. Dies sind aktuell:

 

 

 

 

Eine Liste mit unseren aktuellen Kursprogrammen finden Sie hier:

Kursprogramm-2019.pdf


Konvent

„Osteopathie und Darm“
Bericht vom 8. Konvent der DAAO e.V. in Köln vom 9.-11.11.2018

„Osteopathie und Darm“ – das Organisationsteam des diesjährigen Konventes der DAAO hatte einen Volltreffer gelandet. 140 Teilnehmer nahmen sich in Vorträgen und Workshops mit großem Interesse dieses aktuellen Themas und seiner verschiedendsten Facetten an.


Der Eröffnungsvortrag zu „Ernährung und Osteopathie“ (Dr. P. Kramme) spannte einen breiten Bogen von der Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin, zur Beratung in Ernährungsfragen und der Leitlinie des häufigsten Beratungsanlasses, der Adipositas. Neben 7 Ernährungstipps und Empfehlungen von Selbsthilfeliteratur für Patienten , endete der Vortrag neuen anatomischen Erkenntnissen zum N. vagus. Die Ökotrophologin S. May, die sich als Redakteurin mit Landwirtschaft und Ernährung auseinandersetzt, zeigte in Ihrem Vortrag „Qualität unseres Essens mit Auswirkungen auf unsere Gesundheit“ wie in der Nahrungskette aufgenommene Sulfonamide den Folatstoffwechsel beeinflussen können. Sie informierte über von Schimmelpilzen produzierte Nahrungzusatzstoffe wie z.B. Citronensäure, die sich in Fruchtsäften, Zitronenaromen, Putzmitteln und nicht zuletzt in Medikamenten finden und zu Allergien führen können. Eine faszinierende neue Sicht auf die Bakterien und das Mikrobiom als Partner im Körper ergab sich durch den Vortrag der Fachautorin Dr. med. A. K. Zschocke. In ihrem sehr anschaulichen Vortrag gelang es ihr, das multidimensionale und komplexe Mikrobiom mit seinen über Signale kommunizierenden Einzellern als Gemeinschaftsorgans verständlich zu machen, das auch mit allen Körpersystemen von der Zeugung an lebenslang in Kommunikation steht. Da Bakterien in Zusammensetzung und Aktivität dem Nährstoff- und Milieuangebot folgen, liesse sich das Mikrobiom aktiv gestalten. Das linear-kausale Denken mit der Suche nach Ursachen und Folgen von Krankheit durch Bakterien als „Krankheitserreger“ oder „Gesundheitsbakterien“ sei eine Folge der Bakterienforschung im 19. Jahrhundert. Mit der praktischen Mikrobiomtherapie einschließlich der Anwendung von Effektiven Mikroorganismen sei eine Kooperation mit den Bakterien möglich. Diese steigere die Wirkung einer osteopathischen Behandlung und ermögliche tiefgehende Heilung. Der Einsatz mikrobiomgemäßer Hygiene diene darüber hinaus der Gesundheit des Arztes und sei leicht in den Praxisalltag zu integrieren. In der nachfolgenden Diskussion wurde insbesondere die sprachliche philosophische Betrachtungsebene von Bakterien als zu Mikrobiom und zu vernichtende Feinde intensiv diskutiert.


Wie bei jedem Konvent wurde ein Großteil der Vorträge von osteopathischen Ärztinnen und Ärzten der DAAO gehalten. C.-A. Krebs setzte sich mit Studien zu Mikrobiom und Wechselwirkungen mit dem ZNS auseinander, Dr. med. H. J. Kirlum mit aktuellen Studien zum Darm in Bezug auf die Kinderchirurgie. Dr. med. J. Kleinhenz schilderte aus ihrem klinischen Alltag die Behandlung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten durch Verbesserung des Mikrobioms und zeigte interessante Studien zum Einsatz von Heilerde. Biochemische Aspekte der Mitochondropathie bei silent inflammation und deren Diagnostik durch Dr. med. A. Refisch rundeten den Themenbereich ab. Durch Dr. S. Frank und Dr.med.dent. R. Peuker mit „Form follows function“ und „Gut gekaut ist halb verdaut“ wurde das Auditorium auf einem fulminanten Parcours durch die Craniomandibulare Dysfunktion und die Behandlung in der bioästhetischen Zahnheilkunde mitgenommen. Die Schnittstelle der zahnärztlichen und ärztlich - osteopathischen Tätigkeit war Gegenstand lebhafter Diskussion im Auditorium. Nicht zuletzt Dr. L. Korff kam bei seinem Vortrag zu Bauchschmerzen bei CMD und seinem Ansatz eines osteopathischen Erklärungsversuches auf den häufigst genannten Nerven des Wochenendes zurück - den Nervus vagus.

Erstmalig eröffnete am Freitag-Abend ein kollegialer Austausch an der Behandlungsliege den Konvent. „Wie es die alten Hasen machen“. Kurslehrer und -lehrerinnen und weitere „alte Hasen“ behandelten an der Untersuchungsliege osteopathisch und standen in Kleingruppen sehr interessierten Kolleginnen und Kollegen Rede und Antwort. Dies führte zu einer lebendigen Diskussion über primäre Läsionen, einzelne Techniken und Behandlungsabläufe. Einhellige Meinung der Teilnehmer - gerne wieder!


Nach konzentriertem Zuhören und Arbeiten in den Workshops lockte das wunderbar zusammengestellte Gesellschaftsprogramm mit einer Stadtführung durch die Kölner Südstadt mit einer willkommenen Bewegung. Beim „Get together“ am Freitagabend wurde es eng - was den kollegialen Austausch nicht abträglich war. Dies zeigte sich auch auf dem Konventabend am Samstag, erstmals durch Livemusik bereichert - sofortiges Tanzen war die Folge.


Es herrschte eine inspirierende und angeregte Stimmung voller neuer Ideen und Erkenntnisse. Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren Dr.med. H.-U. Oxfort, Dr. med. J.R. Schäfer und Dr. med. O. Drieschner zusammen mit dem DAAO-Sekretariat für die tolle Mischung aus einem interessanten Thema von großer wissenschaftlicher Aktualität und neuen Ideen.